Waldescher Grundschüler besuchen Partnerschule im Burgund


Vom 23.-27. Mai 2011 fuhren 21 Schüler des 3. und 4. Schuljahres mit einem Lehrer (Hr. Klotzin) und fünf Betreuern ( Fr. Fries, Hr. Goray, Fr. Klee, Fr. und Hr. Männchen vom Freundschaftskreis Waldesch-Lucenay-les-Aix ) ihre Partnerschule im Burgund besuchen. Schon zum achten Mal gingen Waldescher Grundschüler auf diese Reise, die im Zweijahresrhythmus stattfindet.

Montags, um 8.15 Uhr fuhr unser Busfahrer Hans Goray los, um gegen 19.00 Uhr die Reisegruppe in die Arme der freundlichen Gastgeber zu übergeben. Begrüßungstrunk und ein leckeres Abendessen in der schuleigenen Kantine sorgten für Stärkung.
Geschlafen haben die Kinder gemeinsam mit Fr. Fries und Hrn. Klotzin in der Gymnastikhalle der Sportstätten, die auch mit getrennten Toiletten und Duschräumen ausgestattet sind.

Dienstags gab es nach einem französischen Frühstück in der Kantine eine Dorfrallye, bei der jeweils vier französische und vier deutsche Schüler mit einem Betreuer Fragen zu Lucenay und der Partnerschaft beantworten mussten, um dann ,geführt´von ihren Lösungen, zu einem opulenten Picknick am See zu gelangen. Dieses hatte eine freundliche Gastgeberfamilie auf ihrem Grundstück vom Partnerschaftskreis ausrichten lassen. Am späten Nachmittag wurden die deutschen Schüler dann je zu zweit an eine französische Gastfamilie übergeben, wo gemeinsam gespielt und gespeist wurde. Die Stellung an der Gymnastikhalle hielten Hr. Goray und Hr. Klotzin, um die Eigenschaften von französischen Käsesorten und Salami herauszuarbeiten. Hierbei halfen abends einige französische Eltern, die zur verabredeten Zeit die Gastschüler zurück brachten. Nur selten kam eine Schülerpaarung frühzeitig aus der betreuenden Familie zurück, was darauf hindeutete, dass die meisten Kinder mit der Herausforderung zurecht kamen und mit ihr wuchsen. Auch die zweite Nacht fiel kurz aus, was nicht nur jahreszeitlich bedingt war.

Am Mittwoch fuhren wir nach dem Frühstück mit den französischen Schülern, die mittwochs immer unterrichtsfrei haben, nach Nyons zu einem Bergwerkmuseum mit einer Draisinenstrecke. Dort lebt eine vietnamesische Enklave, die das Bergwerksmuseum betreibt und auch für Abwechslung beim Mittagessen sorgte (es brauchte etwas Zeit, die Schüler von der durchweg guten französischen Küche zu überzeugen). Beim Fahren mit den Draisinen zeigte sich, dass die Schüler ihre abschüssige Strecke viel besser bewältigten, als dies die Betreuer später bei ihrer Bergfahrt konnten. Somit blieben Schweißausbrüche seitens der Betreuer eher solchen Begebenheiten geschuldet, als dem Verhalten ihrer Schutzbefohlenen, die sich ausnahmslos vorbildlich benahmen. Am Abend ging es für die Schüler ein zweites Mal in die Familien. An diesem Abend wurde jedoch nicht in den Familien zu Abend gegessen, da der Freundschaftskreis ein großes Buffet zum gemeinsamen Abendessen auf dem Schulhof organisierte. Hier saß man stundenlang gemütlich zusammen und bedauerte lediglich, dass Kapazitätsgrenzen im menschlichen Organismus es verboten, von allem zu kosten, was da so köstlich aussah. Auch dieses Jahr hatte es den Anschein, als sei das halbe Dorf erschienen. Diese Nacht war wie gewohnt kurz, zumal die Schüler eine nachhaltige Bespaßung brauchten, um vereinzelt aufflackerndes Heimweh zu "löschen". Kurze Zeit später wurden wieder Tränen gelacht und einer hatte sich zum Horst gemacht.

Donnerstags blieben die Franzosen in ihrer Klasse um zu lernen. Der Freundschaftskreis jedoch fuhr mit seinen deutschen Gästen in die Stadt Moulin, um selbige zu besichtigen. Dort gab es neben einer beeindruckenden mittelalterlichen Bausubstanz auch das Grand Cafe zu besichtigen, in welchem schon Coco Chanel auf den Tischen tanzte. Zum Mittagessen ging es zurück zur Schulkantine, wo die französischen Schüler mit der Gruppe speisten. Nach dem Essen räumten, wie jeden Tag, einige Schüler die Tische ab. Dann wurden die Kinder in drei Gruppen eingeteilt, um entweder künstlerische Arbeiten bei der Schulleiterin Mme. Brûnot im Klassenraum anzufertigen, einen Kuchen in der Kantine zu backen oder aber sich bei sportlichen Übungen auf dem Außengelände zu messen. An diesem letzten Abend ging es für die Schüler noch einmal in die Familien. Fr. und Hr. Männchen hielten diesmal mit Teilen des Freundschaftskreises die Stellung.

Am folgenden Freitagmorgen fiel der Abschied nicht leicht. Sicher fuhr Hans Goray alle nach Hause. Er schaffte es sogar, dass der Dauerregen, der erst morgens begann, immer dann pausierte, wenn eine Rast eingelegt wurde.

Johannes Klotzin

 

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